Interlude ist eine Performance über ein Maskottchen, das nach einer weiteren Schicht, in der es Passant*innen unterhalten hat, in den Ruhezustand zurückkehrt und wieder zu sich selbst finden möchte. Doch den Bedingungen, in denen es sich befindet, kann es nicht entkommen: Ein Publikum ist anwesend und wartet darauf, dass etwas geschieht. Der Raum bietet zwar einen vorübergehenden Rückzugsort, doch selbst Momente des Rückzugs bleiben vom Blick der anderen geprägt. Was als Pause beginnt, gleitet nach und nach wieder in eine Performance über. Im Inneren des Kostüms entsteht ein weiterer Raum – ein Zwischenbereich, der sich ständig zwischen Verbergen und Sichtbarwerden bewegt.
Aus Fragmenten einstudierter Choreografien, performativer Muster, nachhallender Momente, Frustrationen und mehr oder weniger schüchternen Versuchen der Annäherung entsteht ein Tanz, der zwischen Kontrolle und Entgrenzung oszilliert. Allmählich tritt die Figur einer törichten Ratte hervor und eröffnet einen Raum für ungeplante Bewegungen. Im Spiel mit den eigenen Begrenzungen entstehen neue Möglichkeiten – im Zwischenraum, im Kostüm und in der Bewegung selbst.
In diesem Prozess befanden sich die Ratte und Julie Carrere in einem fortwährenden Aushandeln ihrer Beziehung zueinander, zu den Räumen, die sie durchquerten, und zu den angenommenen Erwartungen eines imaginären Publikums. Dieser Kreislauf findet seinen Abschluss im Moment des Beobachtetwerdens: Verbindung entsteht durch vertraute Gesten, einen Blick, den Klang eines entfernten Liedes, räumliche Nähe oder den Wind, der durch die geöffneten Fenster streicht.
Performance, Choreografie, Musik: Julie Carrere
Kostüm: Elena Louise Bastert Feuerhake
Unterstützung Kostüm: Keer Feng
Unterstützung Dramaturgie: Jette Büchsenschütz
Partner Konversation: Brad Nath
Julie Carrere
Julie Carrere, geboren in Frankreich, lebt derzeit in Berlin. Die künstlerische Praxis setzt sich mit Körper und Tanz als zeitgenössischen Perspektiven auf Geschichte auseinander und bewegt sich dabei zwischen Sorge und Hoffnung im Hinblick auf die Zukunft.
Ausgehend von Referenzen aus Pop- und Internetkultur und häufig eng mit Musik verbunden, entstehen choreografische Arbeiten, die das Publikum aktiv einbeziehen und in unterschiedlichen Räumen und Kontexten zur Aufführung kommen. Präsentationen und Kollaborationen fanden unter anderem bei den Uferstudios (2024), dem Tanznacht Festival (2023), Molt (2023), P.A.R.T.S. (2023), dem ada Studio (2023, 2022) sowie bei Hosek Contemporary (2022) statt.
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